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Ina Weisse Die Töchter der Weber Geschichte einer glanzvollen Familie
was für ein Buch! Wir erleben eine Zeitreise nach Lodz, wer kennt denn wirklich Lodz, außer im Lied von Vicky Leandros: Theo, wir fahren nach Lodz.
Lodz, das Manchester des Ostens, ist der Knotenpunkt von drei Generationen deutscher Auswanderer - vom 19 Jahrhundert bis zur Vertreibung 1945. Da sind die Buddenbrooks des Ostens: eine Generation baut die Firma auf, die zweite bringt es zu unermesslichem Reichtum, die dritte verliert alles.
„Die Töchter der Weber“ ist die Geschichte von zwei Schwestern aus Lodz. Ina Weisse beschreibt darin verwoben 100 Jahre Familiengeschichte der Webstuhl- und Maschinenfabrikanten Gebr. Lange. Deren Leben, ihr Aufstieg und Niedergang - wechselnd glanzvoll, exzentrisch und tragisch -, sind so plastisch und souverän dargestellt, dass man denkt: es ist ja wie im Film. Die Erlebnisse der Familie Lange sind mehr als ein nur sachlicher Bericht. Es ist ein Zeugnis persönlicher Recherche der deutschen Geschichte von Flucht und Vertreibung. Ina Weisse durchbricht ein Denkverbot und fragt nach dem Unrecht der Vertreibung der Deutschen im Osten... Ich meine, das Nachdenken über diese Zeit ist für uns nach dem Krieg geborene wieder aktuell und anregend, seit der Hass der Betroffenen verflogen ist und wir in Europa friedlich zusammen leben. Kein Satz in diesem Buch ist langweilig.
Ina Weisse Die Töchter der Weber, Goldmann Verlag, 333 S., ISBN 978-3-442-31181-1 Euro 19,95
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