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Die europäische Fortsetzung der Finanzkrise und ihre öffentliche Bewältigung:
"Machen die Griechen unseren Euro kaputt?"
Europa verliert seinen Kredit - die Euro-Nationen konkurrieren um das Vertrauen des Finanzkapitals
Wie sich Griechenland in den Bankrott gewirtschaftet hat, ist hierzulande keine Frage: „Über seine Verhältnisse gelebt!“ hat der Staat und seine Bevölkerung – und bedroht jetzt „uns“ und „unseren Euro“. So ungefähr soll man sich das vorstellen. Eine ziemlich ungerechte Sicht der Dinge: Niemand hat sich im Bezug auf Griechenland etwas vorgemacht, das Land gehört seit längerem wie alle anderen zur europäischen Union – und anders gewirtschaftet haben die anderen Nationen schon gleich nicht. Und schließlich sind es nicht zuletzt „unsere Banken“, die dort ausgiebig Finanzgeschäfte mit dem griechischen Staat gemacht haben und jetzt gegen ihn spekulieren. Dem Land ist nur – was seine nationale Bilanz angeht – seine Mitgliedschaft nicht zum Guten geraten.
Im weiteren deckt seine ökonomische Notlage die Krisenlage der gesamten Euro-Gemeinschaft und deren Grundwiderspruch auf: Da wirtschaften konkurrierende Staaten auf nationale Rechnung in einem gemeinsamen Geld. Deswegen haben die Hauptakteure Europas auch alle Hände voll zu tun, den drohenden Bankrott als Sonderfall `Griechenland\` zu behandeln, um das finanzkapitalistische Vertrauen in den Euro und damit das Geschäft ihrer Finanzwelt zu erhalten. An deren Freiheit, mit ihren Finanzspekulationen über die Kreditwürdigkeit von Staaten zu entscheiden, wird nicht gerüttelt. Dafür, dass sich die nicht gegen den Euro insgesamt richten, sollen internationale Kreditgarantien und ein rigoroses von außen überwachtes Haushaltsregime des griechischen Staat sorgen. Das griechische Volk darf dafür mit einer von Staats wegen verordneten Verelendung einstehen. Ein schöner Auftrag.
Die nationalistische Hetze gegen das griechische Volk, das – so nicht nur die Bild-Zeitung - an der Arbeits- und Steuermoral deutscher Bürger schmarotzt, wird gratis mitgeliefert.
Der Referent des Abends, Wolfgang Möhl. W. Möhl ist Redakteur und Mitherausgeber des vierteljährlich erscheinenden politischen Magazins ‚GegenStandpunkt‘.Mit Artikeln zu aktuellen ökonomischen, sozialen und politischen Ereignissen und Entwicklungen, mit prinzipielleren Aufsätzen zu Weltmarkt und Weltordnung sowie mit kritischen Länderstudien will diese Zeitschrift über den globalisierten Kapitalismus und die Konkurrenz der Nationen im heutigen Weltmaßstab aufklären und die System-Gründe für die Zustände im Land und in der sonstigen Staatenwelt aufdecken.
Veranstalter Gegenstandpunkt Verlag München und Basis Buchhandlung München
in der Uni
Donnerstag 17.06.2010 Uhr 19.00 (!), Uni-Hauptgebäude HS 201 Geschwister Scholl Platz
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